Symmastie: Wenn die natürliche Trennung zwischen den Brüsten verloren geht
Ein ästhetisch ansprechendes Dekolleté mit einer natürlich erscheinenden Trennung zwischen den Brüsten ist für viele Patientinnen ein Ziel bei der Brustvergrößerung. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer schwerwiegenden Komplikation kommen, bei der genau diese Trennung verloren geht: die Symmastie. Das Ergebnis wird umgangssprachlich manchmal als „Uniboob“ oder „Monoboob“ bezeichnet.
Dieser Glossarbeitrag erklärt Ihnen präzise, was eine Symmastie ist, wie sie entsteht und warum ihre Korrektur zu den anspruchsvollsten Eingriffen in der Revisions-Brustchirurgie gehört.
Was ist eine Symmastie?
Die Symmastie ist eine seltene Komplikation, die fast ausschließlich nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten auftritt und meist durch die Operation (iatrogen) verursacht wird. Sie bezeichnet einen Zustand, bei dem die Grenze zwischen den beiden Implantattaschen in der Mitte, oberhalb des Brustbeins (Sternum), aufgehoben ist.
Dadurch geht die natürliche Trennung der Brüste verloren, und die Implantate treffen sich in der Mitte, was zu einem unnatürlichen, brückenartigen Aussehen des Dekolletés führt.
Die Ursachen: Wie kommt es zu einer Symmastie?
Die Hauptursachen sind:
- Zu große Implantate: Implantate, deren Breite den Brustkorb der Patientin übersteigt, können vermehrten Druck auf die Gewebebarriere zwischen den Brüsten ausüben und diese mit der Zeit schwächen.
- Fehlerhafte Operationstechnik: Eine zu aggressive Präparation der Implantattaschen nach innen, bei der die Muskel- und Faszienansätze am Brustbein abgelöst werden, zerstört die natürliche Trennwand.
- Anatomische Veranlagung: In sehr seltenen Fällen kann auch eine angeborene Schwäche des Bindegewebes in der Brustmitte die Entstehung begünstigen.
Die Korrektur: Ein anspruchsvoller Revisionseingriff
Die Korrektur einer Symmastie ist komplex und erfordert höchste chirurgische Expertise. Ein einfaches „Wieder-Zunähen“ ist nicht ausreichend. Der Eingriff umfasst in der Regel mehrere Schritte:
- Entfernung der Implantate: Häufig werden die bestehenden Implantate zunächst entfernt, insbesondere wenn eine starke Symmastie oder eine Verlagerung der Implantate besteht.
- Rekonstruktion der Mittellinie: Dies ist der entscheidende Schritt. Der Chirurg muss die inneren Ränder der Implantattaschen mit stabilen, oft mehrschichtigen Nähten wieder am Brustbein fixieren. Manchmal wird diese Naht durch spezielles Nahtmaterial oder sogar durch den Einsatz von körpereigenem Gewebe oder künstlichen Matrices (Netzen) verstärkt.
- Kapselentfernung oder -raffung: Die Implantatkapsel kann im Bereich der Mittellinie entfernt, gerafft oder modifiziert werden, um die neue Trennwand zu stabilisieren.
- Wahl neuer Implantate: In den meisten Fällen müssen bei der Korrektur kleinere und schmalere Implantate verwendet werden, um den Druck auf die rekonstruierte Mittellinie zu reduzieren.
Prävention: Die entscheidende Rolle der Arzt- und Implantatwahl
Die beste Behandlung einer Symmastie ist ihre Vermeidung. Die Prävention liegt größtenteils, aber nicht ausschließlich, in den Händen des Chirurgen; auch individuelle anatomische Gegebenheiten der Patientin spielen eine Rolle.
- Aufklärung: Realistische Erwartungen und klare Beratung sind grundlegend.
- Implantatwahl: Implantate müssen exakt zur individuellen Anatomie passen.
- Operationstechnik: Sorgfältiges, schonendes Arbeiten verhindert Komplikationen.
Risiken und die Absicherung von Revisionseingriffen
Die Korrektur einer Symmastie stellt einen aufwendigen und kostenintensiven Revisionseingriff dar. Da sie meist als Komplikation einer ästhetischen Operation gilt, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht. Dies unterstreicht die enorme Bedeutung einer Folgekostenversicherung, die vor dem ursprünglichen Eingriff abgeschlossen wird. Sie ist speziell dafür konzipiert, die finanziellen Belastungen von medizinisch notwendigen Behandlungen nach Komplikationen abzudecken.