Fadenlifting
Der Wunsch nach einem jugendlicheren Aussehen ohne die Risiken und die lange Ausfallzeit eines chirurgischen Facelifts hat die Entwicklung minimal-invasiver Verfahren vorangetrieben. Eine der populärsten Methoden in diesem Bereich ist das Fadenlifting. Es kann eine moderate Straffung leicht bis mäßig erschlaffter Gesichtspartien bewirken, ist aber in seiner Wirkung deutlich begrenzt im Vergleich zu einem chirurgischen Facelift.
Doch was genau passiert dabei unter der Haut, welche verschiedenen Fäden gibt es und wie realistisch sind die Ergebnisse? In unserem Glossarbeitrag beleuchten wir das Fadenlifting detailliert, objektiv und mit einem klaren Fokus auf die Sicherheitsaspekte und die Grenzen des Verfahrens.
Definition: Was ist ein Fadenlifting?
Das Fadenlifting (englisch: Thread Lift) ist ein minimal-invasives, ästhetisches Verfahren zur Straffung der Haut und zur Anhebung abgesunkener Gesichtspartien.
Dabei werden spezielle, biokompatible und sich selbst auflösende (resorbierbare) Fäden mittels einer Nadel oder Kanüle in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Diese Fäden geben dem Gewebe entweder durch Verankerung (mit Widerhaken) oder durch den Aufbau eines stützenden Kollagennetzes neuen Halt.
Die zweifache Wirkung: Mechanischer Lift & Biostimulation
| Sofortiger mechanischer Lifting-Effekt | Langfristiger biologischer Effekt |
|---|---|
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Mechanische Verankerung:
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Biostimulation (nachhaltig):
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PDO, PLLA & PCL: Die verschiedenen Fadenmaterialien im Vergleich
Die verwendeten Fäden bestehen aus Materialien, die seit Jahrzehnten als chirurgisches Nahtmaterial bekannt sind. Sie unterscheiden sich in ihrer Struktur, Auflösungsdauer und der Intensität der Kollagenstimulation.
| Material | PDO (Polydioxanon) | PLLA (Poly-L-Milchsäure) | PCL (Polycaprolacton) |
|---|---|---|---|
| Auflösungsdauer | ca. 6–8 Monate | ca. 12–18 Monate | ca. 18–24 Monate |
| Kollagenstimulation | Gut | Ausgeprägt | Ausgeprägt |
| Eigenschaften | Sehr sicher und erprobt, der „Standard-Faden“ | Länger haltbar, stärkerer Kollagenaufbau | Längste Haltbarkeit, stärkste Biostimulation |
| Ideal für | Einsteiger, feine Linien, allgemeine Straffung | Deutlichere Straffung, Volumenaufbau | Langanhaltende Ergebnisse bei moderater Erschlaffung |
Wie läuft eine Behandlung ab?
- Beratung & Planung: Der Arzt analysiert das Gesicht, bespricht die Wünsche und zeichnet die exakten Verläufe (Vektoren) für die Fäden an.
- Lokalanästhesie: Die Ein- und Austrittspunkte der Fäden werden mit einer kleinen Injektion lokal betäubt, sodass die Behandlung selbst schmerzarm ist.
- Einbringen der Fäden: Der Arzt führt eine spezielle Hohlnadel oder Kanüle, in der sich der Faden befindet, entlang der angezeichneten Linie durch das Unterhautfettgewebe.
- Positionierung: Sobald die Nadel am Zielpunkt ist, wird sie zurückgezogen und der Faden bleibt im Gewebe verankert. Bei Zugfäden wird das Gewebe durch sanften Zug auf dem Faden in die neue Position gehoben.
- Abschluss: Die Fadenenden werden unter der Haut abgeschnitten. Die winzigen Einstichstellen verheilen in der Regel ohne Narben. Eine Sitzung dauert je nach Umfang 30 bis 60 Minuten.
Anwendungsbereiche und Grenzen des Verfahrens
Das Fadenlifting eignet sich am besten für die Behandlung von beginnender bis moderater Gewebeerschlaffung.
Typische Anwendungsbereiche:
- Anheben der Wangenpartie
- Definition der Kieferlinie (Jawline)
- Reduktion von Marionetten- und Nasolabialfalten
- Anheben der Augenbrauen
- Straffung des Halses
Grenzen des Fadenliftings:
Bei starkem Hautüberschuss, sehr dünner Haut oder einem ausgeprägten „Truthahnhals“ kann das Fadenlifting kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern.
In solchen Fällen ist ein chirurgisches Facelift oft die einzig sinnvolle Alternative.
Risiken & Komplikationen: Wenn Fäden Probleme machen
Mögliche Risiken und Komplikationen
- Häufige Nebenwirkungen: Schwellungen, Blutergüsse, leichte Schmerzen und ein Spannungsgefühl sind in den ersten Tagen normal.
- Asymmetrien: Wenn Fäden auf beiden Gesichtshälften ungleich platziert werden oder das Gewebe unterschiedlich reagiert.
- Sicht- oder spürbare Fäden: Bei zu oberflächlicher Platzierung, besonders bei sehr schlanken Patienten mit dünner Haut.
- Hauteinziehungen („Dimpling“): Dellen in der Haut an den Ankerpunkten der Fäden.
- Infektionen: Wie bei jedem Eingriff, der die Hautbarriere durchbricht, besteht ein Infektionsrisiko.
- Fadenmigration oder -riss: In seltenen Fällen kann ein Faden verrutschen oder reißen.
- Verletzung von Nerven oder Gefäßen: Dies ist das schwerwiegendste Risiko, das nur durch einen erfahrenen und anatomisch versierten Arzt minimiert werden kann.
Sollte es zu Komplikationen wie einer Infektion oder einer behandlungsbedürftigen Asymmetrie kommen, können die Kosten für die Korrektur erheblich sein. Eine Folgekostenversicherung kann Sie vor diesen unerwarteten finanziellen Belastungen schützen.
Was kostet ein Fadenlifting?
Die Kosten sind stark abhängig von der Anzahl, der Art und dem Material der verwendeten Fäden sowie vom Behandlungsareal.
- Kleine Areale (z.B. Augenbrauenlift): ab ca. 400 € – 800 €
- Mittlere Areale (z.B. Wangen, Jawline): ca. 800 € – 2.000 €
- Umfassendes Lifting (Gesicht & Hals): ca. 2.000 € – 3.500 €