Eigenfetttransfer (Autologe Fetttransplantation)
Schönheitsoperationen entwickeln sich stetig weiter, und der Trend geht klar in Richtung natürlicher Ergebnisse und körpereigener Materialien. Eine der innovativsten und vielseitigsten Methoden in der modernen plastisch-ästhetischen Chirurgie ist der Eigenfetttransfer, auch Lipofilling oder autologe Fetttransplantation genannt. Dieses Verfahren nutzt körpereigenes Fett, um Volumenverluste auszugleichen, Konturen zu formen oder Falten zu glätten.
In unserem Glossarbeitrag erklären wir Ihnen detailliert den gesamten Prozess des Eigenfetttransfers – von der Entnahme über die Anwendungsbereiche bis hin zu den entscheidenden Faktoren für ein sicheres und dauerhaftes Ergebnis.
Definition: Was ist ein Eigenfetttransfer (Lipofilling)?
Der Eigenfetttransfer, medizinisch auch als autologer Fetttransfer oder Lipofilling bezeichnet, ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem körpereigenes Fettgewebe von einer Stelle entnommen (Liposuktion), speziell aufbereitet und anschließend zur Volumenaugmentation oder Konturverbesserung in einen anderen Körperbereich injiziert wird.
Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, ist die Behandlung besonders gut verträglich und allergische Reaktionen sind extrem selten.
Wie funktioniert der Eingriff? Der Ablauf in 3 Schritten
Der Eigenfetttransfer ist ein komplexes Verfahren, das höchste Präzision und Erfahrung des Operateurs erfordert. Der Eingriff dauert je nach Umfang zwischen einer und drei Stunden und wird meist im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose durchgeführt.
Schritt 1: Fettentnahme (Liposuktion)
Zunächst wird Fettgewebe an einer geeigneten Spenderregion – typischerweise am Bauch, den Hüften oder den Oberschenkeln – mittels einer schonenden Fettabsaugung (Liposuktion) entnommen. Hierbei werden spezielle, dünne Kanülen verwendet, um die Fettzellen so unbeschädigt wie möglich zu gewinnen.
Schritt 2: Aufbereitung der Fettzellen
Das gewonnene Fett ist ein Gemisch aus Fettzellen, Blut, Öl und Betäubungsflüssigkeit. Um ein hochwertiges Transplantat zu erhalten, wird dieses Gemisch sorgfältig aufbereitet. Meist geschieht dies durch Zentrifugation oder spezielle Filtersysteme, welche die vitalen, intakten Fettzellen von den anderen Bestandteilen trennen.
Schritt 3: Injektion des Eigenfetts
Die aufbereiteten, hochkonzentrierten Fettzellen werden nun mit feinen Kanülen in die gewünschte Empfängerregion injiziert. Der Chirurg platziert das Fett in vielen kleinen, fächerförmigen Depots in unterschiedlichen Gewebeschichten. Diese Injektionstechnik ist entscheidend, damit die transplantierten Zellen schnell an das umliegende, durchblutete Gewebe Anschluss finden und überleben können.
Die wichtigsten Anwendungsgebiete
- Brustvergrößerung: Für eine moderate, natürlich aussehende Vergrößerung der Brust um etwa eine halbe bis eine Körbchengröße.
- Gesichtsverjüngung: Zum Auffüllen von eingefallenen Wangen, tiefen Nasolabialfalten, Augenringen oder zur Akzentuierung der Lippen (Lipofilling im Gesicht).
- Gesäßvergrößerung (Brazilian Butt Lift): Zur Formung und Vergrößerung des Pos für eine rundere Silhouette. Achtung: aufgrund des erhöhten Fettembolie-Risikos jedoch ein besonders risikobehafteter Eingriff.
- Korrektur von Unebenheiten: Zum Ausgleich von Dellen nach Unfällen, Operationen oder einer missglückten Liposuktion.
- Handverjüngung: Zur Aufpolsterung des Handrückens, um hervortretende Sehnen und Adern zu kaschieren.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Vorteile (Pro)
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Sehr natürlichErgebnis fühlt sich weich und echt an, da es körpereigenes Gewebe ist.
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Keine FremdkörperreaktionAllergien oder Abstoßung sind extrem selten.
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Dauerhaftes ErgebnisEinmal angewachsene Fettzellen verbleiben dauerhaft.
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Doppelter EffektPositive Konturierung der Spender- und Empfängerregion.
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Regenerative WirkungStammzellen im Fett können die Hautqualität verbessern.
Nachteile (Contra)
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Begrenztes VolumenNur moderate Vergrößerungen sind möglich.
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Variable AnwachsrateNicht alle transplantierten Fettzellen überleben.
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Komplexer EingriffZwei Körperregionen sind beteiligt (Entnahme & Injektion).
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Höhere KostenAufwendiger als die Behandlung mit synthetischen Fillern.
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Längere HeilungsphaseSchwellungen und Blutergüsse an beiden Stellen.
Die Anwachsrate: Der kritische Faktor für den Erfolg
Der entscheidende Punkt für die Haltbarkeit des Ergebnisses ist die Anwachsrate – also der Prozentsatz der transplantierten Fettzellen, der die erste Phase überlebt und an die Blutversorgung im Empfängergewebe angeschlossen wird.
Realistische Erwartungen
In der Regel überleben zwischen 50 % und 80 % der Fettzellen. Das finale Ergebnis ist daher erst nach etwa drei bis sechs Monaten sichtbar, wenn die Schwellungen abgeklungen sind und der nicht angewachsene Teil vom Körper abgebaut wurde.
Faktoren für eine hohe Anwachsrate
Die Erfahrung des Chirurgen, die Technik der Fettentnahme und -aufbereitung sowie die präzise Injektionstechnik sind hierfür ausschlaggebend. Auch das Verhalten des Patienten nach der OP (z.B. Verzicht auf Druck und Nikotin) spielt eine wichtige Rolle.
Risiken und mögliche Komplikationen des Eigenfetttransfers
Obwohl es sich um einen Eingriff mit körpereigenem Material handelt, ist der Eigenfetttransfer eine Operation mit spezifischen Risiken, die über die allgemeinen OP-Risiken (Infektion, Narkoserisiko, Thrombose) hinausgehen.
Spezifische Risiken des Eigenfetttransfers
- Asymmetrien & unregelmäßige Konturen: Wenn Fett ungleichmäßig anwächst oder injiziert wird.
- Ölzysten und Verkalkungen: Nicht angewachsene Fettzellen können absterben und verhärtete Knötchen oder mit Öl gefüllte Zysten bilden.
- Unbefriedigendes Volumenergebnis: Wenn eine zu geringe Menge an Fett anwächst, kann eine zweite Behandlung notwendig sein.
- Schäden an der Entnahmestelle: Dellen oder Unebenheiten bei zu aggressiver Fettabsaugung.
- Fettembolie: Eine sehr seltene, aber lebensgefährliche Komplikation, bei der Fettzellen in die Blutbahn gelangen und ein Gefäß blockieren. Dieses Risiko ist insbesondere bei großvolumigen Transfers wie dem Brazilian Butt Lift (BBL) relevant und erfordert höchste chirurgische Sorgfalt.
Die Wahl eines erfahrenen Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist der wichtigste Faktor zur Minimierung dieser Risiken. Wer zudem finanziell auf der sicheren Seite sein möchte und potenziellen hohen Kosten von Folgebehandlungen vorbeugen möchte, sollte über den Abschluss einer Folgekostenversicherung nachdenken.
Die Kosten für einen Eigenfetttransfer sind sehr individuell und hängen vom Umfang des Eingriffs, der zu behandelnden Region, der Narkoseform und dem Klinikstandort ab. Die Preisspanne ist groß:
- Gesicht (z.B. Falten, Lippen): ca. 2.000 € – 4.500 €
- Brustvergrößerung: ca. 5.000 € – 8.000 €
- Gesäßvergrößerung (BBL): ca. 6.000 € – 10.000 €
